Achtung, Achtung, hier spricht

by Pfab Philipp / 03 November 2014 / No Comments

die Gerichtsverwaltung (des Oberlandesgerichts Stuttgart)

In einem, tatsächlich vor dem Oberlandesgericht Stuttgart entschiedenen Fall, ging es um die Frage eines Umgangsrechtes bzw. eines Aufenthaltsbestimmungsrechtes, wie die Gerichtsverwaltung mitteilte.

Die Beteiligten waren verheiratet und trennten sich. Der Ehemann nahm jedoch die Vierjährige mit. Er verhinderte dann in den nächsten 1 ½ Jahren eine Umgang der Vierjährigen mit der Ehefrau.

Vor Gericht stritt man dann, wo die Vierjährige nunmehr sein solle. Zu Lasten des Mannes sprach, dass er die Vierjährige der Frau eben über 1 ½ Jahre vorenthalten hat. Über Wesentliche, die Vierjährige betreffende Dinge, hat er die Ehefrau auch nur über Gerichtsverfahren informiert. Daraus schließt das Gericht eine mangelnde Bindungstoleranz des Mannes. Die Familienrichterin hat daraufhin ein wöchentliches Wechselmodell vorgeschlagen. Aber auch dies wollte der Mann nicht. Das Gericht musste also entscheiden.

Das Gericht hat dazu einen Augenscheinsbeweis erhoben. Es hat die Vierjährige mitbringen lassen und festgestellt, dass die vierjährige Hündin (und um einen Hündin handelte es sich in diesem Fall) rasch schwanzwedelnd auf die Frau zulief, von ihr dann hochgenommen wurde und auf ihrem Schoß blieb. Daraus schloss das Gericht, dass der Hund zur Frau gehört. Gut, dass dies nun entschieden ist.

Noch etwas: Wem die Szene bekannt vorkommt, oder wer sich hierzu einen guten Film ansehen möchte, dem sei „The awful truth“ von Cary Grant empfohlen (auch darin streiten die Beteiligten um einen Hund, auch dort kommt der Hund mit zu Gericht und einer der beiden wendet einen kleinen Trick an, dass der Hund zu ihm/ihr kommt).

About the author:

RA Pfab ist seit 2002 Rechtsanwalt.
Als Fachanwalt für Familienrecht berät er vor allem zu Unterhalt und Vermögensauseinandersetzungen und Scheidungen.
Mit dem Fachanwaltskurs für Erbrecht ist er für Beratungen zum Erben gerüstet: vor einem Erbfall bei Gestaltungen (Testament) und nach einem Erbfall bei der sinnvollen Regelung des Nachlasses.