Düsseldorfer Tabelle 2018

by Pfab Philipp / 22 Mai 2018 / No Comments

Nach zwei Jahren ist es wieder soweit. Die Düsseldorfer Tabelle wird erneut abgeändert. Zum 01.01.2018 gelten neue Sätze. Gleich geblieben ist wie immer der Prozentsatz, der, ausgehend vom Mindestunterhalt, den eigentlichen Unterhaltsbetrag berechnet. Ansonsten gibt es nun einige Neuerungen.

Ganz neu ist die Anhebung der Einkommensgruppen. Die bisher geltenden Beträge sind jeweils um € 400,00 angehoben worden. Dies bedeutet, dass die erste Gruppe nicht mehr bis € 1.500,00 (bereinigtes Nettoeinkommen im Monat) gilt, sondern nunmehr bis € 1.900,00. Die höchste Stufe wurde ebenso angepasst und gilt daher nunmehr bis € 5.500,00.

Weiter wurde, wie eigentlich bei jeder Änderung in der Düsseldorfer Tabelle, der Mindestunterhalt der minderjährigen Kinder geändert, also wieder angehoben. In den einzelnen Altersstufen gelten nunmehr € 348,00, € 399,00 und € 467,00 statt bisher € 342,00, € 393,00 und € 460,00 Mindestunterhalt im Monat, also eine Anhebung von monatlich € 6,00 bzw. € 7,00.

Für fast alle Betroffenen ergibt sich damit per Saldo dennoch eine Verminderung. Zwar werden die einzelnen Mindestunterhaltsbeträge leicht angehoben – jedoch erfolgt durch die Neugestaltung der Einkommensgruppen (jeweils plus € 400,00) eine bereinigte Herabsetzung.

Deshalb ergibt sich zum Beispiel bei einem bereinigten Nettoeinkommen von € 3.000,00 eine Verminderung des Tabellenunterhaltsbetrages zwischen € 10,00 und € 14,00 im Monat / je nach Alter des Kindes.

Wie kann es aber sein, dass der Kindesunterhalt geringer wird, obwohl doch alle Kosten steigen?

Hintergrund dieser Anhebung und Herabsetzung war, dass der jeweils Unterhaltspflichtige über die vergangenen Jahre immer mehr belastet wurde; der Kindesunterhaltsbetrag stieg also stärker als die Einkommen.

Dies musste korrigiert werden. Leider wurde dies mit dieser Düsseldorfer Tabelle zum 01.01.2018 abrupt gemacht. Besser wäre es wohl gewesen, die Anhebungsbeträge in den folgenden Jahren etwas geringer zu gestalten, und so die Herabsetzung aufzufangen.

Was bleibt?

Die Düsseldorfer Tabelle ist kein Gesetzeswerk. Dies bedeutet, dass sich ein Gericht nicht an die Düsseldorfer Tabelle halten muss. In der Praxis war es jedoch so, dass nur in ganz seltenen Ausnahmefällen von der Düsseldorfer Tabelle abgewichen wurde. Damit wäre es z. B. eine Möglichkeit (allerdings nur für Entscheidungen ab dem 01.01.2018) – eine Höherstufung in die nächsthöhere Einkommensklasse vorzunehmen, damit eine Heraufsetzung erreicht wird.

Wie sich die Gerichte nun entscheiden bleibt abzuwarten.

Hier gibt es die neue Tabelle zum Herunterladen: Duesseldorfer-Tabelle-2018.pdf

About the author:

RA Pfab ist seit 2002 Rechtsanwalt.
Als Fachanwalt für Familienrecht berät er vor allem zu Unterhalt und Vermögensauseinandersetzungen und Scheidungen.
Mit dem Fachanwaltskurs für Erbrecht ist er für Beratungen zum Erben gerüstet: vor einem Erbfall bei Gestaltungen (Testament) und nach einem Erbfall bei der sinnvollen Regelung des Nachlasses.