Erbrecht Mythos II: A Testament is a schware Partie

by Pfab Philipp / 01 Juli 2016 / No Comments

Ein Testament zu errichten ist schwierig: so meinen das Viele und scheuen daher vor der Errichtung eines Testamentes zurück.

Das stimmt so nicht. Grundsätzlich kann ein Testament sehr einfach errichtet werden: am einfachsten ist es, dies von Kopf bis Fuß mit der Hand selbst zu schreiben und dann zu unterschreiben. Wesentlicher Inhalt ist immer die Festlegung: wer der Erbe des Erblassers sei soll.

Ein sehr kurzes Testament könnte z.B. sein:

„Alles soll meine Ehefrau Erben“.

Das klingt leicht und ist selbst geschrieben.

Vielfach kann ein solches Testament auch die gewünschten Wirkungen haben.

Doch sind immer verschiedene Fragen bei einem Testament mit zu berücksichtigen: wer soll wirklich erben und wer nicht? Wer hat Pflichtteilsansprüche und wie können diese bezahlt werden? Welchen Steuerfreibetrag hat der Erbe und wie soll er die restliche Erbschaftssteuer bezahlen? Wo soll ich das Testament hinterlegen, damit es sicher gefunden wird?

 Auf alle diese Themen gibt es verschiedene Antworten und damit Lösungen. Dies macht es für einen Laien dann doch schwierig, ein sinnvolles und richtiges Testament zu erstellen.

Noch eine Bitte zur Vorsicht: ein Ausdruck aus dem Internet, der unterschrieben wird, reicht für ein Testament nicht aus. Ein gedrucktes Testament ist schließlich nicht von Kopf bis Fuß selbst mit der Hand geschrieben.

Und noch etwas: Anstelle eines selbst geschriebenen Testaments kann man auch zum Notar gehen und vor der Notar ein Testament errichten. Das selbstgeschriebene Testament und das notarielle Testament sind aber absolut gleichwertig. Dies gilt auch für Änderungen am Testament. So kann man z. B. mit einem selbst geschriebenen Testament später auch ein notarielles Testament abändern.

 

About the author:

RA Pfab ist seit 2002 Rechtsanwalt.
Als Fachanwalt für Familienrecht berät er vor allem zu Unterhalt und Vermögensauseinandersetzungen und Scheidungen.
Mit dem Fachanwaltskurs für Erbrecht ist er für Beratungen zum Erben gerüstet: vor einem Erbfall bei Gestaltungen (Testament) und nach einem Erbfall bei der sinnvollen Regelung des Nachlasses.