Im Scheidungsverfahren kann beantragt werden, dass eine Reihe von Thematiken zusammen mit der Scheidung entschieden werden; vor allem Unterhalt und Zugewinn. Die Berechnung dieser so genannten Folgesachen benötigt Zeit und verzögert dadurch den Ausspruch der Scheidung. Der Verbund zwischen Scheidung und Folgesachen kann jedoch grundsätzlich erst einmal nicht aufgetrennt werden. Das ist misslich für den, der nun endlich die Scheidung will. Nur ausnahmsweise kann eine Folgesache abgetrennt werden. Das Ergebnis ist dann, dass über die Scheidung entschieden wird, die Entscheidung über die Folgesache aber erst später entschieden wird. Das wäre misslich für den, der Trennungsunterhalt bekommt, wenn der nacheheliche Unterhalt abgetrennt wird. Der Trennungsunterhalt endet mit Rechtskraft der Scheidung. Wenn aber dann nicht zugleich ein nachehelicher Unterhalt zugesprochen wird, bekommt der Unterhaltsberechtigte erst einmal kein Geld. Das Gesetz hat daher die Gründe für eine Abtrennung sehr eng gefasst. In der Praxis wesentlich ist der Grund, dass die Entscheidung über die Folgesache die Entscheidung über die Scheidung selbst so außergewöhnlich verzögern würde, dass für den anderen eine unzumutbare Härte entstehen würde. Alleine eine lange Verfahrensdauer von z. B. vier Jahren reicht hierfür aber nicht aus.