Der Unterhaltsanspruch wegen Alters ist der zweite vom Gesetz vorgesehende Unterhaltstatbestand für nachehelichen Unterhalt. Voraussetzung für den Anspruch ist, dass der Unterhaltsberechtigte wegen seines Alters keine angemessene Erwerbstätigkeit mehr aufnehmen kann. Dabei gibt es für das Alter keine feste Grenze. Jedenfalls mit Erreichen der Regelaltersgrenze ist die Voraussetzung „Alter“ erfüllt. Vorher ist auf die konkrete Situation des Unterhaltsberechtigten abzustellen. Ob eine Erwerbstätigkeit angemessen ist, muss zunächst objektiv geprüft werden – z. B. bei einer Tänzerin oder einem Fußballer, wenn eben nur diese Tätigkeit angemessen ist. Sie muss aber auch subjektiv geprüft werden: wie war die Gesamtentwicklung der Eheleute bis zur Geltendmachung des Unterhalts (bei ausschließlicher Haushaltstätigkeit der Ehefrau und hoher beruflicher Stellung des Ehemannes ist eine Erwerbstätigkeit der Ehefrau schon früher nicht mehr angemessen – auf der anderen Seite ist aber bei normalen Verhältnissen einer Ehefrau, die 50 Jahre alt ist, und 20 Jahre nur Hausfrau war, wegen der Eigenverantwortung schon auferlegt worden, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.