Je höher das Anfangsvermögen ist, desto geringer ist in der Regel auch der Zugewinn. Jeder Ehegatte ist daher schon aus eigenem Interesse bemüht, ein eigenes und zwar hohes Anfangsvermögen möglichst stichhaltig darzulegen und zu beweisen. Gelingt dieser Beweis jedoch nicht, so wird gesetzlich vermutet, dass das vorhandene Anfangsvermögen einen Wert von Null hat.

Die Beibringung von Unterlagen für lange zurückliegende Zeiten (z. B. bei einem Bankdepot von 1970) ist in der Praxis naturgemäß sehr schwierig (so müssen die Banken ihre Unterlagen in Deutschland nur 10 Jahre aufbewahren). Wenn etwas nicht bewiesen werden kann, darf dieses als Anfangsvermögen nicht berücksichtigt werden. Das führt naturgemäß zu Härten, wenn z. B. während der Ehe beiden immer klar war, was wo vorhanden war, sich aber der eine bei der Scheidung partout daran nicht erinnern kann. Dies ist jedoch nach dem klaren Gesetzeswortlaut  hinzunehmen und führt in keinem Fall dazu, dass sich die Beweislast für das Anfangsvermögen umdrehen könnte.