Das Anfangsvermögen muss – z. B. im Rahmen des Zugewinnausgleichs bei Scheidung – bei Ehebeginn bewertet werden. Die ab dann eintretende Inflation führt jedoch dazu, dass der gleiche Gegenstand später, auch wenn er im inneren Wert gleich geblieben ist, mit einem höheren Preis versehen ist. Ein Gegenstand am Anfang kann mit einem Geldwert von 100 und am Ende z. B. mit 200 zu bewerten ist. Der Zuwachs von 100 ist jedoch kein realer Vermögenszuwachs. Es handelt sich nur um einen inflationsbedingten Scheingewinn. Eine Maß Bier kostete z. B. auf der Wiesn im Jahr 1949 DM 1,70; auf der Wiesn 2011 rund € 9,00. Damit ist die Maß zwar teuerer geworden, der innere Wert der Maß blieb aber gleich – die Maß wurde nur scheinbar teurer. Auch bei der Vermögensbewertung muss dieser Scheingewinn, die Teuerung nicht ausgeglichen werden. Rechentechnisch wird dies dadurch vorgenommen, dass das gesamte Anfangsvermögen indexiert und damit auf die Kaufkraftverhältnisse umgerechnet wird, die am Ende vorliegen.

Beispielsweise war der Index im Jahr 1997 bei 90 Punkten und im Jahr 2009 bei 107 Punkten. Ein Vermögensgegenstand mit einem Wert von 100 im Jahr 1997 würde demnach umgerechnet auf 2009 mit einem Wert von 118,8 als Anfangsvermögen berücksichtigt werden.