Das von den Gerichten anzuwendende Recht ist grundsätzlich das deutsche Recht. Handelt es sich aber bei dem konkreten Sachverhalt um eine grenzüberschreitende Thematik (bei Scheidungen z. B. dann, wenn ein Ehegatte eine ausländische Staatsangehörigkeit hat), so ist zu prüfen, ob tatsächlich deutsches Recht oder eben ein ausländisches Recht angewendet werden muss. Klingt komisch – ist aber so. Die deutschen Gerichte wenden z. B. türkisches oder italienisches Recht an, auch wenn das im Ergebnis oft nur mittels Sachverständigen geht. Welches Recht anwendbar ist ergibt sich aus den Kolissionsnormen. Dies ist dann für die Scheidung, den Unterhalt, das Güterrecht etc. jeweils einzeln zu prüfen. Z. B. beim Güterrecht ist zunächst zu prüfen, ob die Eheleute eine wirksame Rechtswahl getroffen haben (in Deutschland nur beim Notar). Ohne ausdrückliche Rechtswahlt ist das anzuwendende Recht in folgender Reihefolge zu bestimmen: das Recht des Staates, dem beide Ehegatten der bei der Eheschließung angehörten, dann das Recht des Staates, in dem beide Ehegatten bei der Eheschließung ihren gewöhnlichen Aufenthalt hatten, und zu letzt das Recht des Staates, dem die Eheleute bei der Eheschließung gemeinsam am engsten verbunden waren.