Derjenige, der einen Zugewinnausgleich geltend machen will, hat die Beweislast für das Endvermögen des anderen Ehegatten. In der Regel weiß aber ein Ehegatte vom anderen nicht ganz genau, welche Vermögenspositionen dieser hat. Daher hat jeder Ehegatte gegenüber dem anderen einen generellen Anspruch auf Auskunft zum Vermögen. Dieser Anspruch besteht für drei Stichtagen: zum Datum der Eheschließung (für das Anfangsvermögen); zum Zeitpunkt der Trennung und zum Datum der Zustellung des Scheidungsantrags (für das Endvermögen). Der Auskunftsanspruch zum Zeitpunkt der Trennung wurde im übrigen erst zum 01.09.2009 geschaffen. Mit diesem Auskunftsanspruchs wurde der Schutz des Ausgleichsberechtigten verbessert, weil sich hier unter Umständen die Beweislast umkehren kann. Die Auskunft ist generell durch Vorlage eines Vermögensverzeichnisses zu erteilen. In diesem Verzeichnis müssen die zu den maßgeblichen Stichtagen vorhandenen Aktiva- und Passivposten geordnet und übersichtlich zusammengestellt sein. Die Auskunft ist grundsätzlich durch Vorlage eines einzigen Verzeichnisses zu erteilen. Die Verteilung auf mehrere Schriftsätze, indem immer wieder einige Daten übermittelt werden, genügt nicht – kommt in der Praxis aber nahezu ausschließlich vor.