Der Unterhaltsberechtige kann vom Unterhaltsverpflichteten Auskunft zu dessen Einkommen verlangen. Zusätzlich kann er, um die Angaben nachprüfen zu können, auch Einkommensnachweise und sonstige Belege verlangen. In der Praxis passieren hier im Verfahren oft Fehler. Die Belegvorlage ist – neben der Auskunft – ein eigener Anspruch. Verlange ich Auskunft durch Vorlage von Belegen ist das etwas anderes als Auskunft und Vorlage von Belegen (was richtig ist). Belege können sein: Verdienstbescheinigungen, Lohnsteuerkarten, Krankengeldbescheinigungen, insbesondere aber Einkommensteuererklärungen mit Anlage, Einkommensteuerbescheide mit Anlagen, Gewinnermittlungen oder Bilanzen (mit Gewinn- und Verlustrechnugen) – also alles, was eine Angabe sicher belegen lässt. Wer einen Beleg fordert muss ihn aber genau bezeichnen. Hier muss man von hinten her denken: wenn der andere die Vorlageverpflichtung nicht erfüllt, muss man sie einklagen, gewinnt diesen Anspruch auch und muss diesen dann vollstrecken. Dafür braucht aber der Gerichtsvollzieher eine ganz detaillierte Beschreibung des Dokumentes: Lohnbescheinigung reicht hierzu nicht; die Lohnbescheinigung des Arbeitgebers Frank Richter GmbH für den Monat Mai 2012 wäre hier die bessere Lösung.