Berücksichtigungswürdige Schulden können bei der Ermittlung von Einkommen im Rahmen von Unterhalt als Abzugsposten berücksichtigt werden – aber nur soweit sie eben berücksichtigungswürdig sind. Das ist naturgemäß nicht immer gleich zu beantworten. Beim Ehegattenunterhalt gilt folgendes: eher sind nicht vermögensbildende Schuldzahlungen – z. B. für mit in die Ehe gebrachte Schulden oder Konsumkredite – zu berücksichtigen, als vermögensbildende (vom Vermögensaufbau hat der andere nichts; dadurch darf sich dann aber nicht auch noch der Unterhalt vermindern). Wieder eher zu berücksichtigen sind Schulden aus der Ehezeit, eher nicht zu berücksichtigen sind Schulden, die erst nach Trennung oder Scheidung entstanden sind. Beim Kindesunterhalt ist jeweils eine Einzelfallprüfung vorzunehmen: entscheidend sind Zweck der Schuld, Höhe und Kenntnis der Unterhaltsschuld, Zeitpunkt und Art der Entstehung der Schuld. Es öffnet sich hier also ein breites Feld der Betätigung für Anwälte.