Berufsbedingte Aufwendungen sind ein Abzugsposten bei der Ermittlung von Einkommen im Rahmen einer Unterhaltsberechnung. Dies können damit nur Posten sein, die weder vom Arbeitgeber erstattet, noch beim Selbständigen als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Es soll nur ein zusätzlicher Aufwand berücksichtigt werden. In erster Linie sind dies Fahrtkosten, manchmal auch Berufskleidung, Fortbildungskosten, Fachliteratur oder Beiträge zu Berufsverbänden. Die Aufwendungen sind nur zu berücksichtigen, wenn sie konkret anfallen. Da es sich hierbei aber um Massenerscheinungen handelt, haben verschiedene Unterhaltsleitlinien, die von den Gerichten angewendet werden, Pauschalen für die berufsbedingten Aufwendungen gebilligt. Die Leitlinien der Familiensenate für Süddeutschland, die unter anderem für München gelten, ist eine Pauschale von 5 % des Nettoeinkommens angesetzt. Die zu Grunde liegenden Kosten müssen aber dennoch angefallen sein. Dies ist bei Selbständigen dann aber in der Regel nicht der Fall – weil im Wesentlichen nur Fahrtkosten berücksichtigt werden können, diese aber über den betrieblich genutzten Pkw bereits als Betriebsausgabe vom Gewinn bzw. Überschuss abgezogen wird.