Aktien und Aktiendepots sind mit dem mittleren Tageskurs des nächstgelegenen Börsenplatzes zu bewerten. Abzustellen ist dabei auf den Verkaufspreis und nicht auf den Einkaufspreis.

Bei der Bewertung im Rahmen des Zugewinnausgleichs gilt das so genannte Stichtagsprinzip. D. h. eine Vermögensgegenstand ist blitzlichtartig an einem Stichtag zu bewerten, nicht einen Tag vorher oder einen Tag nachher.

Dieses Stichtagsprinzip ist auch bei Aktiendepots genau zu beachten, auch bei Extremfällen – wie z. B. bei dem Börsencrash im September 2008. Eine Bewertung an einem Tag nach dem Crash würde zu einer deutlich geringeren Wert führen. Diese nicht vorhersehbaren Schwankungen können natürlich zu Härten führen (bewertet wird an einem Tag, am nächsten Tag sind die Aktien nur noch die Hälfte wert). Aber auch bei Extremfällen ist die Stichtagsregelung eine ganz wesentliche Grundlage des Zugewinnausgleichs und wird nicht korrigiert. Vielmehr sind etwaige Härten im Interesse von Rechtssicherheit und Rechtsklarheit in Kauf zu nehmen.