Eine Rechtsanwaltskanzlei kann z. B. im Rahmen eines Zugewinnausgleichsverfahrens zu bewerten sein. Doch wie geht man vor? Auch für die Bewertung von Rechtsanwaltskanzleien besteht keine gesetzliche Regelung.

Die Bundesrechtsanwaltskammer als Selbstverwaltungsorgan der Rechtsanwälte hat für die Bewertung Richtlinien für eine Bewertung herausgegeben. Diese, so der BGH, dürfen auch bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung als Grundlage verwendet werden (auch wenn die Rechtsanwaltskammer ja keine rechtlich bindenden Gesetze erlassen kann).

Nach den Richtlinien ist der Wert ähnlich dem Wiederbeschaffungswert zu bestimmen, wobei sich dieser aus einer Summe von Substanzwert und ideellem Wert zusammen setzt.

In den Substanzwert fließen im Wesentlichen die Sachwerte (Gegenstände und Forderungen) wie Büroeinrichtung, vorhandene Fachbücher, aber auch offene Forderungen, ein.

In die Bewertung des ideellen Wertes fließt zunächst der Umsatz der Kanzlei ein. Der Durchschnittsumsatz aus den letzten Jahren wird mit einem Bewertungsfaktor zwischen 0,3 und 1,0 – je nach den beruflichen Verhältnissen und der Marktsituation im Einzelfall- multipliziert und ergibt dann den ideellen Wert.

Substanzwert und ideeller Wert zusammen gerechnet ergeben dann den Wert der Kanzlei.