Vermögen wird z. B. im Rahmen einer Scheidung ausgegleichen. Hierzu muss das Vermögen ermittelt und die einzelnen Bestandteile (z. B. Aktiendepot oder eine Immobilie) bewertet werden. Hierzu ist der volle, wahre, wirkliche Wert zu ermitteln.

Das Gesetz sieht jedoch keine Methode verbindlich vor, nach welcher der volle wirkliche Wert zu ermitteln ist. Bei einfach gelagerten Fällen, wie z. B. Bargeld, kann einfach der jeweilige Betrag gewählt werden (auch wenn dies bei frei konvertierbaren Fremdwährungen schon schwieriger ist). Bei den meisten Vermögensgegenständen ist jedoch eine Bewertung vorzunehmen. Im Wesentlichen haben sich hierzu drei Ansätze ergeben, nach der ein Wert zu ermitteln ist:

Veräußerungswert: Welcher Betrag kann erzielt werden, wenn der Gegenstand verkauft wird?

Wiederbeschaffungswert: Welcher Betrag muss aufgewendet werden, um den Gegenstand wieder anzuschaffen?

Ertragswert: Welchen Wert wirft der Gegenstand ab, wenn er weiter genutzt werden kann?

Im Endeffekt muss bei jedem Gegenstand im Einzelfall geprüft werden, welche Bewertungsmethode die angemessene ist.

Beispiele für eine Bewertung von Aktien, Forderungen oder einer Anwaltskanzlei finden Sie hier im Fachwortlexikon unter Bewertung von Vermögen – Aktien etc.