Ein nachehelicher Unterhalt kann, abgesehen von anderen Tatbeständen, auch aus Billigkeitsgründen geschuldet sein. Dies ist aber nur ein Auffangtatbestand und ist daher gegenüber den anderen Tatbeständen subsidiär. Nur wenn diese nicht eingreifen kann über den allgemeinen Billigkeitsunterhalt eine sonstige schwerwiegende Härte aufgefangen werden. Damit kann ein geschiedener Ehegatte Unterhalt verlangen, wenn er ein nichtgemeinschaftliches Kind oder ein Pflegekind betreut, wenn die Versagung des Unterhalts im Hinblick auf beide vormaligen Ehegatten grob unbillig wäre. Da der Unterhaltstatbestand subsidiär und eng auszulegen ist, spielt er zunächst in der Praxis keine Rolle. Allerdings wird in der Praxis bei einem Unterhaltsverzicht auch für den Fall der Not auf Unterhalt verzichtet (dies ist formularmäßig in fast allen Vereinbarungen zu lesen, ohne dass jemand weiß, was dies eigentlich bedeutet) – und genau dieser Fall des Billigkeitsunterhalts ist mit dem Fall der Not gemeint.