Hier finden Sie eine Übersicht über die allermeisten Posten, die unterhaltsrechtlich wichtig sind. Anhand der Übersicht kann immer geprüft werden, ob nicht ein Posten vergessen wurde.

Einkommensauskunft

I.   Sie ist auf das Einkommen im weitesten Sinne zu erstrecken, und zwar insbesondere auf

     1.  Einkommen aus allen sieben Einkunftsarten i.S.d. Einkommensteuergesetzes, also Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit, selbstständiger Arbeit, Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft, Kapital, Vermietung und Verpachtung und sonstige Einkünfte, zu denen auch bestimmte Renten (speziell gesetzliche Renten) gehören.

     2.  Andere einmalige oder wiederkehrende Leistungen oder Bezüge, die üblicherweise den Lebensbedarf decken können, sowie berücksichtigungsfähiger Aufwand, insbesondere

          2.1.    Einkommensteuerrechtlich dem Progressionsvorbehalt unterliegende Lohnersatzleistungen, z.B. Arbeitslosengeld, Krankengeld, Insolvenzgeld, Übergangsgeld, Unterhaltsgeld, Mutterschaftsgeld u.a.

          2.2.    Andere Leistungen öffentlicher oder privater Träger, z.B. Bafög.

          2.3.    Steuerfreie Leistungen, z.B. die Eigenheimzulage samt Zuschlägen.

          2.4.    Sozialleistungen, wie Erziehungsgeld, Wohngeld, Pflegegeld, unabhängig von der unterhaltsrechtlichen Auswirkung.

          2.5.    Erstattete und nachbezahlte (je auch im Wege der Verrechnung) Einkommensteuer und Zuschläge dazu, z.B. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.

          2.6.    Persönlich getragener Aufwand für die soziale Sicherung (Altersvorsorge, Kranken- und Pflegevorsorge, Sicherung gegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit) unter Angabe von Rückvergütungen und Zuschüssen Dritter.

          2.7.    Der um rein eigentumsbezogene Kosten bereinigte Nutzungswert aus einer selbst bewohnten eigenen Immobilie, auch soweit nur Miteigentum oder ein anderes Recht besteht, z.B. in Form eines Wohnungsrechtes oder Nießbrauches. Hierzu genügt die Bezeichnung und Beschreibung der Wohnung mit Angabe der Wohn- und Nutzflächen.

          2.8.    Möglicher Aufwand für angemessene berücksichtigungsfähige Schuldraten, zu denen mit dieser Anfrage noch nichts gesagt wird.

II.  Beim Erwerbseinkommen aus nicht selbstständiger Arbeit ist die Auskunft zu erstrecken

     1.  Auf der Einnahmeseite:

          1.1.    Auf lohnsteuerpflichtige laufende oder einmalige Bruttobezüge einschließlich aller Zulagen, Zuschläge (auch für Überstunden), Sonderleistungen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Gratifikationen, Tantiemen, Gewinnbeteiligungen, Erfolgsprämien, Provisionen, Jubiläumsleistungen, Erfindervergütungen, geldwerte Vorteile (z.B. Privatnutzung des Dienstfahrzeuges) Abfindungen und Zuwendungen für die Vermögensbildung.

          1.2.    Auf steuerfreie Leistungen, z.B. Nachtarbeitszuschläge, Auslösen, Verpflegungspauschalen, Vergütungen für doppelte Haushaltsführung und andere Spesen sowie Arbeitgeberzuschüsse zu freiwilliger Krankenversicherung und Pflegeversicherung.

     2.  Auf der Ausgabeseite:

          2.1.    Auf gesetzlich einbehaltene Lohnsteuer samt Zuschlägen unter Angabe der verwendeten Steuerklasse und steuerlicher Freibeträge sowie auf einbehaltene Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Sozialversicherung sowie auf je hierauf erstattete Beträge.

          2.2.    Insoweit muss die Auskunft insgesamt die abgeschlossenen letzten zwölf Kalendermonate umfassen und in Form eines spezifizierten Verzeichnisses erteilt werden. Darin sind die einzelnen Einnahme- und Abzugsbeträge je detailliert als gesonderte Posten zu erfassen und es ist eine spezifizierte Darlegung etwaiger Werbungskosten, welche die üblichen pauschalierten berufsbedingten Aufwendungen überschreiten, vorzunehmen.

III. Bei den übrigen Einkunftsarten muss die Auskunft, soweit eine Ausnahme nicht vermerkt ist, einen längeren Zeitraum, nämlich zunächst der letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahre umfassen. Insoweit sind nach Jahren getrennte spezifizierte und nach Objekten getrennte und geordnete Angaben nötig.

     1.  Bei Einkünften aus Kapital über den gesamten Kapitalertrag und Kursgewinne, speziell über alle Zins- und Dividendengutschriften und Ausschüttungen. Einzubeziehen sind dazugehörige Werbungskosten und einbehaltene und gutgeschriebene inländische (z.B. Kapitalertragsteuer und Körperschaftsteuer je samt Zuschlägen) und ausländische Steuern.

     2.  Bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung über alle Einnahmen (auch Nebenkostenerstattungen durch Mieter), Erlöse oder Finanzierungszuschüsse und gesondert über dazugehörige steuerliche Werbungskosten unter gesonderter Angabe der Gebäudeabschreibung. Der Aufwand für Grundsteuer, Hausversicherungen, fremde Verwaltungskosten, Reparaturen, Wartung, Müllabfuhr, Kanal- und Wassergebühren, Kaminkehrer, Straßenreinigung, sonstige Abgaben, Kreditzinsen und Tilgungsleistungen für Kredite ist je spezifiziert anzugeben.

     3.  Bei Renten über die ausbezahlten Nettorenten in den letzten zwölf abgeschlossenen Monaten unter Darlegung der Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie der etwaigen Abzugsbeträge hierfür.

            4.         Bei Einkünften aus selbstständiger Arbeit (insbesondere aus freiberuflicher Tätigkeit), Gewerbe oder Land- und Forstwirtschaft ist die Auskunft über den Gewinn, die Privatentnahmen und die Privateinlagen der letzten drei beendeten Kalenderjahre zu erteilen.