Im Rahmen einer Trennung oder Scheidung von Eheleuten sind vielfältige finanzielle Ansprüche zu klären, unter anderem Unterhalt und Zugewinn. Beide haben mit Geld zu tun; der Zugewinn jedoch mit Vermögen, der Unterhalt mit monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Ein Sachverhalt muss daher jeweils einem Bereich zugeordnet und dort verwertet werden. Eine Doppelverwertung ist dabei nicht zulässig, weil sie schlicht einen der Eheleute benachteiligen würde – vom Vermögen müsste ein Zugewinn gezahlt werden, vom Einkommen ein Unterhalt. Die Zuordnung zum einen oder andern ist nicht immer ganz einfach. Beim Monatsgehalt ist dies noch einfach: Unterhalt, weil monatliche Einnahme (auch wenn die Gehaltszahlung noch auf dem Konto ist und damit auch Vermögen sein könnte). Schwierig wird die Thematik z. B. bei Abfindungen infolge Arbeitsplatzverlust. Vermögen, damit Zugewinn – weil der Betrag auf dem Konto liegt? Oder Einkommen, damit Unterhalt – weil die Abfindung eine Lohnersatzfunktion hat? Beides ist denkbar. Hier kommt es ein wenig auf die taktische Geltendmachung an. Ist die Abfindung im Rahmen eines Unterhaltsvergleichs berücksichtig worden, darf sie nicht auch noch im Zugewinn berücksichtigt werden. Das wäre z. B. dann sinnvoll, wenn ein Unterhalt überhaupt nicht verlangt werden kann; ein Zugewinn aber bezahlt werden müsste.