Für einen Laien bedeutet ein Ehevertrag nichts anderes als ein Vertrag zwischen zukünftigen, aktuellen oder ehemaligen Ehegatten. Als weitere Begriffe neben dem Ehevertrag sind Trennungsvereinbarung, Scheidungsvereinbarung oder Scheidungsfolgenvereinbarung denkbar. Bei allen Vereinbarung können im Ergebnis die gleichen Bereiche geregelt werden – und werden es oft auch. Wesentliche Bereiche, die in einer Vereinbarung zu finden sind umfassen den Unterhalt, das Güterrecht, den Versorgungsausgleich, die Haushaltsgegenstände und die Ehewohnung. Also alles, was im Rahmen einer Auseinandersetzung irgendwie streitig werden kann. Bei jedem Regelungspunkt muss genau geprüft werden, was überhaupt vereinbart werden kann (so kann z. B. auf Trennungsunterhalt nicht für die Zukunft verzichtet werden); in welcher Form die Vereinbarung abgeschlossen werden muss (z. B. notarielle Form für eine Vereinbarung zum nachehelichen Unterhalt vor der Scheidung; keine Form bei der gleichen Regelung nach der Scheidung) und welche Regelung für beide Beteiligten (und die müssen ja zustimmen) sinnvoll und ausgewogen ist. Nicht jeder Vertrag ist auch rechtlich haltbar. So kann eine Inhaltskontrolle durch Gerichte vorgenommen werden (mit dem Ziel der Aufhebung des Vertrags), wenn sich – je nach Teilbereichen aber unterschiedlich – ein Missverhältnis der Gestaltung der Ansprüche zeigt. In der Praxis werden daher oft beide Beteiligten durch Rechtsanwälte bei der Ausformulierung einer Vereinbarung beraten.