Unter der Ehezeit versteht man landläufig die Zeit, während der zwei Ehegatten verheiratet waren. Dies ist auch richtig. Die Ehezeit dauert rechtlich vom Tag der Eheschließung bis zur Rechtskraft des Scheidungsbeschlusses. Die Ehezeit ist aber auch noch für andere Teilbereiche relevant und wird hier abweichend vom vorgesagten berechnet. Dies gilt zum einen für den Versorgungsausgleich. Die Ehezeit für die Berechnung der Ansprüche, die im Versorgungsausgleich ausgeglichen werden sollen, dauert vom ersten des Monats der Eheschließung bis zum letzten des Monats, welcher der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags vorausging. Die Rentenkassen tun sich bei einer taggenauen Berechnung schwer, daher wurden die Daten auf den jeweils Monatsersten, bzw. Monatsletzten gelegt. Anders ist es beim Zugewinn. Hier dauert die Ehezeit, während der etwaige Vermögenszuwächse ausgeglichen werden, vom Tag der Eheschließung bis zum Tag der Zustellung des Scheidungsantrags.  Da oftmals in einem Scheidungsverfahren auch Zugewinnansprüche mitentschieden werden, muss es natürlich eine Berechnung geben, die abgeschlossen ist, bevor die Scheidung ausgesprochen wird. Ansonsten müsste dann neu gerechnet und die Scheidung wieder verschoben werden – ad infinitum.