Die Einkommens- und Kirchensteuer sind ein Abzugsposten bei der Bereinigung des Nettoeinkommens für die Unterhaltsberechnung. Es ist dabei aber nur die tatsächlich gezahlte Steuerlast im einzelnen Jahr zu berücksichtigen. Dies gilt auch bei dem Wechsel einer Steuerklasse, z. B. von III in I. Es ist immer nur der tatsächliche Zufluss (bei einer Erstattung) oder der Abfluss (bei einer Zahlung) zu berücksichtigen. Die Betrachtung wird am sinnvollsten jeweils für ein Steuerjahr vorgenommen. Dabei sind aber auch Vorauszahlungen und Nachzahlungen nur in dem Jahr anzurechnen, in dem sie tatsächlich fließen. Dieses gilt jedoch nicht, wenn eine fiktive Steuerberechnung vorgenommen werden muss. Dies ist z. B. der Fall, wenn einzelne Betriebsausgaben, die steuerlich anerkannt werden unterhaltsrechtlich nicht zu berücksichtigen sind. Dann ist eine Berechnung vorzunehmen und nicht auf den tatsächlichen Zu- und Abfluss abzustellen.