Nicht nur die Kinder haben einen Unterhaltsanspruch gegen die Eltern. Auch die Eltern haben einen Unterhaltsanspruch gegen die eigenen Kinder, den so genannten Elternunterhalt. Die Eltern wollen in der Regel die eigenen Kinder nicht in Anspruch nehmen. Das lässt sich aber nicht immer verhindern. Für den Elternunterhalt gibt es zunächst einige Einschränkungen: so haftet vor den Kindern erst ein Ehegatte und dann müssen die Eltern auch erst einmal eigenes Vermögen verwerten. Wenn beides nicht mehr geht, können die Kinder in Anspruch genommen werden. Die Unterhaltshöhe bemisst sich zunächst an der Lebensstellung der Eltern. Die Kinder müssen aber nun nicht einfach diesen Betrag zahlen (der oftmals ihre Leistungsfähigkeit übersteigen würde). Die Kinder müssen nur die Hälfte von dem zahlen, was ihnen über den Selbstbehalt von € 1.500,00 bleibt. Damit müssten die Kinder bei einem bereinigten Nettoeinkommen von € 2.000,00 dann € 250,00 zahlen. In der Praxis taucht der Elternunterhalt in folgendem Fall auf: die öffentliche Hand leistet Sozialhilfe (auch und gerade im Fall eines Pflegeheims). Dann geht der Unterhaltsanspruch auf die Sozialhilfestelle über und diese macht dann den Unterhaltsanspruch geltend – ob die Eltern dies nun wollen oder nicht. Daher ist jedem Elternteil dringend anzuraten, selbst für die Pflege im Alter vorzusorgen.