Das Endvermögen eines Ehegatten ist zum Stichtag (bei der Scheidung: Tag der Zustellung des Scheidungsantrages) zu bewerten. Nach deutschem Recht muss dem Scheidungsantrag jedoch in der Regel ein Trennungsjahr vorausgehen. Dies bedeutet, dass der ausgleichspflichtige Ehegatte oft Zeit hat, sein Vermögen zu vermindern. Der ausgleichsberechtigte Ehegatte muss daher geschützt werden. Auf das tatsächlich vorhandene Endvermögen zum Zeitpunkt des Scheidungsantrags werden daher verschiedene Vermögensminderungen hinzugerechnet – auch wenn sie tatsächlich nicht mehr vorhanden sind. Hierzu zählen unentgeltliche Zuwendungen des Ausgleichspflichtigen an Dritte, wie z. B. Schenkungen an eigene Kinder oder an den neuen Lebenspartner; hierzu gehören aber auch absichtliche Vermögensbenachteiligungen (der andere soll geschädigt werden, ohne dass der eine etwas davon hat), wie z. B. eine nachteilige Wahl bei der Steuerklasse; dies gilt aber auch, wenn aus Wut oder Enttäuschung über das Scheitern der Ehe Bargeld tatsächlich verbrannt wird. Die Vermögensminderungen werden dann dem Endvermögen zugerechnet. Somit muss der, dem diese zugerechnet werden, dem anderen hiervon einen Ausgleich leisten.