Die Berechnung von Trennungs- und nachehelichem Unterhalt erfolgt nach der Additionsmethode. Dann steht jedem der Beteiligten annähernd die Hälfte des auch in der Ehe verfügbaren Einkommens zur Verfügung. Nach der ständigen Rechtsprechung ist aber dem Berufstätigen der mit seiner Berufstätigkeit verbundene Aufwand auszugleichen. Damit soll dem Berufstätigen, der unterhaltspflichtig ist, ein Erwerbsanreiz gegeben werden. Indirekt profitiert schließlich auch der Unterhaltsberechtigte davon, wenn der Unterhaltspflichtige mehr Geld einnimmt. Die Gerichte sind sich dabei jedoch nicht einig, wie hoch der Erwerbstätigenbonus sein soll. Manche geben 1/5, manche 1/7 und manche 1/10. Um diesen Prozentsatz wird das Einkommen vor der Berechnung gekürzt. Rein rechentechnisch ist eine 10 %-Kürzung wohl am Einfachsten, weil dies schlicht per Hand nachgerechnet werden kann. Der Erwerbstätigenbonus ist allerdings nur bei Erwerbseinkommen abzuziehen; damit also nicht bei Zinseinkünften oder der Zurechnung eines Wohnwerts.