Für die Bezifferung des Unterhalts muss zunächst das bereinigte Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen ermittelt werden, also das Einkommen nach Steuern. Grundsätzlich ist dabei keine Berechnung erforderlich, weil nur auf den tatsächlichen Zu- und Abfluss von Steuerzahlungen abgestellt wird – man kann also einfach die Zahlen aus den Steuerbescheiden übernehmen. Eine fiktive Steuerberechnung ist aber dann durchzuführen, wenn steuerliche Abzugspsten unterhaltsrechtlich nicht anerkannt werden müssen. So kann z. B. die Anschaffung eines sehr teuren Zweitwagens für die Firma dort als Betriebsausgabe angesetzt werden. Unterhaltsrechtlich kann aber das Ergebnis sein, dass diese Ausgabe unterhaltsrechtlich vorwerfbar zu werten ist, und damit bei der Berechnung des Einkommens nicht berücksichtigt werden darf. Damit kommt aber die unterhaltsrechtliche Einkommsberechnung zu einem anderen Gewinn bzw. Überschuss, als die steuerliche Berechnung – wie sie ja dann auch in dem Steuerbescheid wieder auftritt. Damit wären unterhaltsrechtlich andere Steuern zu zahlen, als steuerrechtlich. In diesem Fall muss dann eine fiktive Steuerberechnung erstellt werden, um die (dann fiktiven) Abzugsposten bestimmen zu können. Eine fiktive Berechnung ist aber auch schon dann vorzunehmen, wenn nur Einkommensunterlagen aus der Vergangenheit (z. B. mit Steuerklasse III) vorliegen, infolge der Prognose für die Zukunft dann aber die Steuerklasse I heran zu ziehen ist.