Beim Unterhalt haben beide, der Unterhaltspflichtige, wie auch der Unterhaltsberechtigte Pflichten. Der Unterhaltsgläubiger muss, soweit es geht, eigenes Einkommen verdienen. Der Unterhaltsschuldner muss seine Leistungsfähigkeit erhalten. Wenn einer gegen diese Pflicht verstößt kann ihm – für die Berechnung des Unterhalts – ein fiktives Einkommen zugerechnet werden. Das heißt, dass er so behandelt wird, als hätte er tatsächlich dieses Einkommen – auch wenn ihm das entsprechende Geld eben nicht zur Verfügung steht. Diese fiktive Zurechnungs ist ganz klar eine Sanktion der Verletzung der Unterhaltspflichten. Es darf dann aber auch nichts unmögliches gefordert werden. Damit darf nur ein realistisch tatsächlich auch erzielbares Einkommen angesetzt werden; damit darf auch nichts unmögliches verlangt werden. Einen Ex-Alkoholiker wird man nicht in einer Brauerei arbeiten lassen müssen; einen einen Bäckereifachverkäufer nicht als Programmierer in einem Softwarehaus. Es muss jedenfalls immer genau dargestellt werden, wer welche ganz konkrete Arbeitsplatzchance hat. Ein, in der Praxis häufiges: „ach € 400,00 gehen immer“ reicht dazu nicht aus.