Nach dem Gesetz muss nunmehr jeder Ehegatte nach der Scheidung selbst für seinen Unterhalt sorgen. Dies ist der Grundsatz der Eigenverantwortung. Damit kann nach der Gesetzesystematik ein nachehelicher Unterhaltsanspruch nur als Ausnahme geltend gemacht werden. Früher war der wirtschaftlich stärkere Partner dem schwächeren gegenüber unterhaltspflichtig. Im Zusammenspiel mit den nahezu lückenlosen Unterhaltsansprüchen ergab sich früher damit in der Regel ein nachehelicher Unterhaltsanspruch und nur ganz ausnahmsweise eben kein Unterhaltsanspruch. Dieses Regel-Ausnahme-Verhältnis wurde mit der Unterhaltsreform zum 01.01.2008 umgekehrt, indem die eigene Verantwortung nunmehr stärker betont wird.