Ein nachehelicher Unterhalt wird zugesprochen, wenn ein entsprechender Unterhaltstatbestand erfüllt ist. Ist dieser aber erfüllt, so wäre nach dem Gesetz eigentlich ein in der Höhe unbegrenzter – und auch in der Zeit unbefristeter – Unterhaltsanspruch gegeben. Ein unbegrenzter Unterhaltsanspruch widerspricht aber dem Grundsatz der Eigenverantwortung: jeder muss für sich selbst sorgen. Um einen Ausgleich zwischen beiden Polen zu schaffen, sieht das Gesetz vor, dass ein Unterhaltsanspruch betragsmäßig in der Höhe auf den angemessenen Unterhalt herabgesetzt werden kann. Der angemessene Unterhalt wird vom Gesetz allerdings nicht vorgegeben; er wird aber wohl zumindest den eheangemessenen Selbstbehalt und damit € 1.050,00 erreichen. Die Herabsetzung ist nur möglich, wenn diese – auch unter Berücksichtigung einer Kinderbetreuung und ehebedingter Nachteile für den eigenen Unterhalt zu sorgen – billig und angemessen ist. Es ist damit ein Billigkeitsprüfung vorzunehmen. Hier bei ist insbesondere zu prüfen, ob ehebedingte Nachteile aufgetreten sind, weil infolge der Dauer der Kindererziehung, durch die Gestaltung der Haushaltsführung oder allein durch der Ehedauer bei einem Wiedereintritt in das Berufsleben nicht das gleiche Einkommen erzielt werden kann, das bei ununterbrochener Tätigkeit erzielt worden wäre. Derartige Nachteile sind immer auszugleichen. Eine Herabsetzung unterhalt dieser Grenze wäre damit unbillig. Eine Herabsetzung von Unterhalt kann auch mit einer zeitlichen Befristung von Unterhalt verbunden werden.