Ein nachehelicher Unterhalt wird grundsätzlich nach der Additionsmethode berechnet, damit beiden Beteiligten annähernd die Hälfte des verfügbaren Einkommens für die Ausgaben der Lebensführung zusteht. Anders ist dies aber bei sehr hohen Einkommen. Hier wird regelmäßig nur ein (geringer) Teil des Einkommens für die Lebensführung verwendet – und ein Großteil zur Vermögensbildung verwendet. Daher muss bei derartigen Einkommen eine Berechnung von Unterhalt erfolgen, die sich am konkreten Bedarf des Unterhaltsberechtigten orientiert. Dann muss der Berechtigte detailliert darlegen, welche Ausgaben er im Einzelnen hat oder haben wird, damit er seinen Lebensstandard aufrecht erhalten kann. Dies umfasst dann alle Kosten (die in der Vergangenheit auch angefallen sind und beglichen wurden), wie z. B. Miete, Kleidung, Autos, Urlaub, Hobbys, Versicherungen etc. Den so ermittelten Betrag muss der Unterhaltspflichtige dann zahlen – eine Grenze ist hier nur der Halbteilungsgrundsatz: dem Pflichtigen muss die Hälfte seines Nettoeinkommens verbleiben. In der Praxis ist es oft aber nicht immer einfach, alle Kosten zu belegen. Oftmals stehen keine Kontosauszüge zur Verfügung oder die Ausgaben wurden ohne Beleg in bar bezahlt. Daher empfiehlt es sich, sollte ein konkreter Unterhalt in Betracht kommen, schon frühzeitig Buch über die Ausgaben zu führen. Die einzelnen Gerichte sind sich nicht einig, ab welchem Betrag eine konkrete Unterhaltsberechnung erforderlich ist. Dies beginnt bei einem Nettogesamteinkommen in Höhe von € 4.440,00; manche Gerichte halten dies aber erst ab einem Einkommen von € 10.000,00 für erforderlich.