Die Mutter eines Kindes kann bis für drei Jahre nach der Geburt des Kindes von dessen Vater die Zahlung von Betreuungsunterhalt verlangen. Die Zeit des Unterhalts verlängert sich, soweit dies der Billigkeit entspricht (so das Gesetz). Hierbei seien kindes- und elternbezogene Gründe zu berücksichtigen. Es soll dabei immer auf den konkreten Einzelfall abgestellt werden.

Hierfür sind folgende Prüfpunkte für einen verlängerten Betreuungsunterhalt zu berücksichtigen: konkretes Alters des Kindes; konkreter Betreuungsumfang; Anzahl der zu betreuenden Kinder; besondere Beeinträchtigungen, Erkrankungen oder Behinderungen; Begabungen, Neigungen und Entwicklung des Kindes; Möglichkeit einer Kindertageseinrichtung; konkreter Umfang und Art der Berufstätigkeit des Betreuenden; vorherige Rollenverteilung der Beteiligten und mögliche Mithilfe des Unterhaltspflichtigen an den Betreuung.

In einem Unterhaltsverfahren sind für diese Gesichtspunkte jeweils konkrete Ausführungen erforderlich. Pauschale Behauptungen reichen, anders als früher, nicht mehr. In der Praxis haben diese Prüfpunkte oft zur Folge, dass während der Kindergartenzeit eine Teilzeittätigkeit auszuüben ist, die sich während der Schulzeit des Kindes schleichend in eine Ganztatstätigkeit ausweitet.