Das Familiengericht ist für alle Streitigkeiten von Eheleuten zuständig. Das Gericht bedeutet dabei immer nur einen Richter – und bei der Verhandlung oft eine Protokollführerin, mehr nicht. Der Richter oder die Richterin entscheidet also allein. Dies ist wichtig, weil zwei Eheleute während eines Verfahrens für weitere Verfahren immer zu dem gleichen Richter kommen. Da sollte man es sich mit den Richtern nicht von vornherein verscherzen. Nun sind aber die Richter in ihrer Entscheidung frei, dabei aber natürlich an Recht und Gesetz gebunden. Doch da gibt es Unterschiede – und die sollte man kennen, wenn man ein Verfahren führt. Die einen Richter interessiert nichts links und rechts, die wollen eine schnelle Entscheidung treffen, und das Verfahren abschließen (gut, wenn man eine schnelle Entscheidung will). Die anderen Richter wollen oder können um´s Verrecken keine Entscheidung treffen. Da wird immer wieder ein Termin angesetzt und auf die Parteien Druck aufgebaut, dass sie nun doch endlich einen Vergleich abschließen sollen (auch das ist gut, wenn man einen Vergleich will). Nur: zu welchem Richter man kommt, ist z. B. am Familiengericht München nicht absehbar (die Geschäftsverteilung erfolgt nach Antragseingang); bei kleineren Gerichten (am Land) kann man da etwas mehr absehen, manchmal gibt es nur zwei Familienrichter und manchmal nur einen.