Der Scheidungsantrag eines der Ehegatten eröffnet das Scheidungsverfahren. Der Antrag muss dabei von einem Rechtsanwalt vorgelegt werden; der Antragsteller muss sich dabei also vertreten lassen. Das Verfahren wird dann vor dem zuständigen Familiengericht geführt und der Antrag zunächst dem Antragsgegner zugestellt. Der Antrag selbst muss einige Formalien erfüllen. So müssen Details zu gemeinsamen Kindern, zum gewöhnlichen Aufenthaltsort oder zum Inhalt von etwaig getroffenen Unterhaltsvereinbarungen angegeben werden. Zugleich muss geschildert werden, weshalb die Scheidung beantragt wird. Eine Scheidung kann vom Gericht nur dann ausgesprochen werden, wenn die Ehe gescheitert ist. Zu beachten ist bei dem Antrag in der Praxis, dass dieser jederzeit wieder zurück genommen werden kann. Dadurch wird das Verfahren beendet – und wichtige Stichtage für das Eheende bei Versorgungsausgleich und Zugewinn entfallen wieder. Der Antragsgegner muss sich bei Gericht nicht vertreten lassen, wenn er der Scheidung zustimmt und mit der Durchführung des Versorgungsausgleichs einverstanden ist. Will er aber z. B. auch vor Gericht eine Unterhaltsvereinbarung abschließen oder den Versorgungsausgleich ausschließen, so braucht auch er einen Anwalt. In der Praxis sind beide Ehegatten daher in der Regel jeweils von einem Anwalt vertreten. Auch der Antragsgegner kann nach dem Antrag des Antragstellers selbst noch einen Scheidungsantrag stellen. Das führt auch nicht zu höheren Kosten. Dieser eigene Scheidungsantrag kann aber verhindert, dass der andere seinen Antrag zurück nimmt und das Verfahren beendet.