Die Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit sind für die Unterhaltsberechnung zu ermitteln. Üblicherweise schwanken die Einnahmen von Selbständigen. Es ist daher je nach Schwankung auf drei oder auf fünf Jahre abzustellen. Allerdings sind nachweisbare Einmalsituationen dabei nicht zu berücksichtigen. Die genaue Ermittlung des Einkommens Selbständiger ist in der Regel nicht ganz einfach. Hintergrund ist hier, dass steuerrechtlich mögliche Abzugsposten, die den Gewinn mindern, unterhaltsrechtlich nicht unbedingt berücksichtigt werden müssen. Alle Posten einer Bilanz oder einer Gewinnermittlung sind daher genau zu überprüfen. Korrekturen sind in der Regel erforderlich bei den Posten Kfz, Eigenanteile an Wohnungsmieten, verschleierte Personalkosten – insbesondere bei Mitarbeit des neuen Lebensgefährten und Investitionsabzugsbeträgen (den früheren Ansparabschreibungen). Oftmals problematisch ist auch die Behandlung von Abschreibungen. Diese mindern den Gewinn – diesen Posten steht jedoch oftmals keine tatsächliche Aufwendung entgegen. Damit dürften aber zumindest lineare Abschreibungen (Abschreibung entsprechend dem Werteverzehr auf mehrere Jahre) auch unterhaltsrechtlich anzusetzen sein.