Ein Unterhaltspflichtiger muss nicht unbegrenzt Unterhalt zahlen. Die untere Grenze liegt dort, wo – unter Berücksichtigung der sonstigen Verpflichtungen – ohne Gefährdung des eigenen Unterhaltes kein höherer Unterhalt bezahlt werden kann. Diese untere Grenze wird Selbstbehalt genannt. Dieser Betrag muss dem Unterhaltspflichtigen verbleiben. Ein Unterhaltspflichtiger kann diesen Selbstbehalt naturgemäß nicht frei wählen. Er ist vielmehr durch die Rechtsprechung vorgegeben. Je nach Unterhaltspflicht ist dieser Selbstbehalt auch unterschiedlich hoch. So beträgt der Selbstbehalt bei Kindesunterhalt von Minderjährigen € 950,00 (bei einem nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen sogar nur € 770,00); während der Selbstbehalt z. B. gegenüber volljährigen Kindern monatlich € 1.150,00 beträgt. Der Unterschied ist darin begründet, dass gegenüber minderjährigen Kindern eine erhöhte Erwerbsobliegenheit besteht. Es muss alles vom Unterhaltspflichtigen getan werden, dass die wirtschaftliche Existenz von minderjährigen Kindern sicher gestellt ist.