Der Sonderbedarf ist bei der Bemessung von Unterhalt zu berücksichtigen. Dieser ist mit dem Elemenatarunterhalt, oder bei Kindern, mit den Sätzen der Düsseldorfer Tabelle nicht abgegolten. Der Sonderbedarf ist fällt nicht regelmäßig an (wie der Mehrbedarf), sondern ist ein unregelmäßig außergewöhnlich hoher Bedarf (wie z. B. unvorhergesehene Krankheitskosten), der in der Regel eben nicht absehbar ist. Dies wurde von der Rechtsprechung bejaht für eine kieferorthopädische Behandlung, für die Erstausstattung eines Säuglings (obwohl diese doch zeitlich eher – wenn auch nur grob – vorhersehbar ist), die Kosten einer Klassenfahrt oder die Kosten für die Anschaffung eines Behindertenfahrzeugs. Auch beim Mehrbedarf eines Kindes haften beide Elternteile anteilig. Da der Sonderbedarf in der Regel nicht vorhersehbar ist, muss der andere vor Entstehung der Kosten auch nicht zur Zahlung aufgefordert werden, weil dies in der Praxis oft nicht möglich ist – z. B. bei unvorhersehbaren Krankheitskosten oder Operationen.