Der Stichtag der Trennung zweier Eheleute ist für die Durchführung des Zugewinnausgleichs bedeutsam. Für diesen Tag gibt es seit dem 01.09.einen Auskunftsanspruch über das Vermögen. Mit diesem Auskunftsanspruchs wurde der Schutz des Ausgleichsberechtigten verbessert. Hintergrund war hier, dass Vermögensmanipulationen eines Ehegatten in der Regel erst nach Trennung vorgenommen wurden. Wurde nach der Trennung das Vermögen vermindert, so war am Ende das Endvermögen ebenso geringer. Es errechnete sich dadurch ein geringerer Zugwinn. Zeitgleich mit dem neuen Auskunftsanspruch wurde eine neue Beweislastregel eingeführt: alle Vermögensminderungen zwischen Trennungszeitpunkt und Endzeitpunkt gehen nun im Zweifel zu Lasten des Ausgleichsverpflichteten und sind auf sein Endvermögen zu addieren. Daher sind Manipulationen zumindest nach Trennung nunmehr weitestgehend ausgeschlossen und daher die Bestimmung des Trennungszeitpunktes wichtig. Schwierig ist in der Praxis aber diese genaue Bestimmung. Auch für diesen Tag gilt das starre Stichtagsprinzip. Es kann die Auskunft nicht für einen ganzen Zeitraum, sondern nur für einen bestimmten Tag verlangt werden. Wenn sich Ehepartner nach einiger Zeit daher nicht mehr an den genauen Tag der Trennung erinnern (wollen), kann der Auskunftsanspruch, der an diesem Tag hängt, nicht geltend gemacht werden. Es empfiehlt sich daher in der Praxis, dem anderen Ehepartner bei der Trennung die Trennungsabsicht schriftlich mitzuteilen und damit das Trennungsdatum beweisbar festzuhalten.