Ein Titel schmückt nicht nur Namen und auf Doktorarbeiten die Regale. Er ist gerade auch im Unterhaltsrecht von wesentlicher Bedeutung. Ein derartiger Titel ist nichts anderes als eine besondere Urkunde, die einem Gerichtsvollzieher übergeben werden kann, damit dieser sofort beim (Unterhalts-)Schuldner pfändet. Wer einen Titel hat, muss also nicht erst einen langwierigen Weg über das Gericht gehen, er kann sofort loslegen. Im Unterhaltsrecht hat der Unterhaltsberechtigte immer den Anspruch gegen den Unterhaltsschuldner, dass dieser einen Unterhaltstitel errichtet. Der Anspruch ist daher auch gegeben, wenn der Unterhaltspflichtige den laufenden Unterhalt akkurat bezahlt. Doch was soll sein, wenn er die Unterhaltszahlung einfach einmal einstellt? Soll der Unterhaltsberechtigte dann erst vor Gericht, den Unterhalt einklagen – das Verfahren gewinnen und mit dem Urteil einen Titel erhalten, den er dem Gerichtsvollzieher geben kann? Nein, hierbei würden auch im schnellsten Fall mehrere Wochen vergehen. Um den Unterhalt sicher zu stellen, benötigt der Unterhaltsberechtigte schon von Anfang an einen Unterhaltstitel. Im Kindesunterhaltsbereich kann ein derartiger Titel kostenfrei beim Jugendamt erstellt werden. In anderen Unterhaltsbereichen ist ein gerichtlicher Vergleich oder eine notarielle Urkunde erforderlich. Es empfiehlt sich daher den Unterhaltspflichtigen zur Errichtung eines Titels aufzufordern und, wenn er sich weigert, den Anspruch auch vor Gericht durchzusetzen.