Das Umgangsrecht bezeichnet das Recht einer Person, mit einer anderen Umgang haben zu dürften. Dies klingt zwar auf den ersten Blick etwas geschraubt. In der Praxis wird aber das Umgangsrecht nur mit Eltern und deren eigenen Kindern in Verbindung gebracht. Tatsächlich haben aber auch Großeltern, Geschwister, Stiefeltern oder Pflegeeltern ein Umgangsrecht. Das Umgangsrecht dient allgemein der Aufrechterhaltung der Bindungen des Kindes. Der Umgang ist ein Teil der elterlichen Sorge. Haben beide Elternteile das gemeinsame Sorgerecht, so sollen sie sich über den Umgang absprechen. Oftmals ist daher keine gesonderte Umgangsvereinbarung erforderlich, weil der Umgang eben einvernehmlich praktiziert wird. Gelingt dies nicht, so muss das Familiengericht den Umgang festlegen. Bei einer Festlegung durch das Gericht oder bei einer Umgangsvereinbarung zwischen den Parteien direkt werden in der Regel folgende Themenbereiche festgelegt: wer holt das Kind ab, wer bringt es zurück; Ort des Zusammentreffens; regelmäßige Dauer und Häufigkeit des Umgangs (z. B. alle zwei Wochen, am Wochenende von Freitag 16:00 Uhr bis Sonntag 18:00 Uhr); Regelung der Ferien (z. B. Pfingst- und Osterferien im Wechsel, zwei Wochen in den Sommerferien); Regelung der Feiertage (z. B. Geburtstag oder Weihnachten und Sylvester); und was passiert bei ausgefallenen Besuchen. Auch beim Unterhaltsrecht soll das Kindeswohl Leitgedanke von Regelungen sein. Daher kann das eigentliche Unterhaltsrecht auch eingeschränkt oder ausgeschlossen werden. Die Kosten eines Umgangs sind dabei in der Regel von dem Unterhaltsberechtigten zu tragen.