Die Unterhaltshöhe beim nachehelichen Unterhalt richtet sich, zunächst wie beim Trennungsunterhalt, nach den ehelichen Lebensverhältnissen. Diese ehelichen Lebensverhältnisse ergeben sich aus allen in der Ehe angelegten Einkünften (eine Aufzählung dieser Einkünfte findeb Sie im Lexikon unter „In der Ehe angelegtes Einkommen“). D. h. aus allem, was in der Ehe finanziell zur Verfügung stand. Anzustellen ist hierbei zunächst auf den Zeitraum während intakter Ehe. Zudem sind aber auch nacheheliche Entwicklungen zu berücksichtigen, wenn diese mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten waren, z. B. Renteneintritt, aber auch z. B. ein Unterhalt für weitere minderjährige Kinder. Dadurch kann sich der nacheheliche Unterhalt vermindern. Es gibt damit keine Lebensstandsgarantie mehr. Die Lebensverhältnisse sind, was ja auch der Lebenserfahrung entspricht, stets wandelbar und passen sich notgedrungen den jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnissen an. Sonst würde der Unterhaltsberechtigte mit Scheidung besser stehen, als ohne. Der Unterhalt selbst wird dann unter Berücksichtigung eines Erwerbstätigenbonus und der Additionsmethode berechnet. Allenfalls bei sehr hohen Einkommen muss eine konkrete, also im Detail aufgeschlüsselte Berechnung des Unterhalts erfolgen.