Derjenige, der Unterhalt fordert, muss einen Unterhaltstatbestand erfüllen. Beim nachehelichen Unterhalt gilt hierbei zunächst der Grundsatz der Eigenverantwortung. Ein Unterhaltsanspruch ist daher technisch eine Ausnahme. Diese Ausnahmstatbestände sind im Gesetz einzeln und abschließend aufgeführt. Es gibt folgende Tatbestände: Betreuungsunterhalt, Unterhalt wegen Alters, Unterhalt wegen Krankheit oder Gebrechen, Unterhalt bis zur Erlangung einer angemessenen Erwerbstätigkeit, Aufstockungsunterhalt, Unterhalt infolge Wegfall einer nicht nachhaltig gesicherten Erwerbstätigkeit, Ausbildungsunterhalt und Billigkeitsunterhalt. Es ist dabei immer genau zu prüfen, welcher Unterhaltstatbestand vorliegt. Die einzelnen Tatbestände können sich auch abwechseln oder aneinander anschließen. Wichtig ist jedoch: der Unterhaltsberechtigte muss ab Rechtskraft der Scheidung bis zur jeweiligen Geltendmachung des Unterhalts ohne zeitliche Lücke einen Unterhaltstatbestand erfüllen (so genannte Einsatzzeit oder Unterhaltskette). Dies gilt unabhängig davon, ob der Unterhalt nun geltend gemacht wird oder nicht. Ist der Unterhalt einmal weg, ist er in der Regel für immer weg.