Bei einer Scheidung von Eheleuten ist allein mit der Scheidung noch nicht alles geregelt. Z. B. ist ein Zugewinn nicht ausgegleichen; z. B. ist ein nachehelicher Unterhalt nicht bestimmt. So kann es Sinn machen, dass zugleich mit der Scheidung über die wichtigsten Scheidungsfolgen gleich mitentschieden wird. So hat man dann in einem Aufwasch alles Wesentliche erledigt. Rein praktisch läuft das so, dass der Anwalt die entsprechenden Anträge stellt, dann wird das Verfahren eröffnet und dem schon laufenden Verfahren zugeschlagen. Der Richter macht dann für das Verbundverfahren einen zweiten oder dritten Aktendeckel auf – es kommt aber immer das gleiche Aktenzeichen drauf. Damit liegen bei einem Gerichtstermin auch alle Verbundverfahren auf dem Tisch. Doch welche Bereiche eignen sich für den Verbund. Das Gesetz sieht zunächst einen Verbund zwingend vor zwischen Scheidung und Versorgungsausgleich. Auf Antrag können folgende Themen Inhalt des Verbundes sein: Kindesunterhalt, nachehelicher Unterhalt, Verfahren zu Ehewohnung und Hausrat, Güterrecht (Zugewinn), elterliche Sorge, Umgang und Herausgabe eines Kindes – mehr nicht. Dies sind schließlich auch die wesentlichen Themen, die im Rahmen einer Trennung / Scheidung von Eheleute auftreten. Die Verbundsachen (oder auch Folgesachen) müssen einheitlich mit der Scheidung entschieden werden. Damit wird der wirtschaftlich schwächere geschützt, da weite Bereiche – die oftmals eine finanzielle Absicherung des schwächeren bezwecken – dann mit der Scheidung geklärt sind. Der Verbund entsteht durch den Antrag einer Partei. Der andere kann sich erst einmal nicht dagegen wehren. Nur unter Umständen kann er die Abtrennung von einzelnen Folgesachen beantragen.