Die Auskunfts- und Belegvorlageansprüche bei Zugewinn führen nicht dazu, dass kriminelle Handlungsweisen aufgedeckt werden können. Will einer der Ehepartner z. B. Vermögen bewußt verschleiern, bringt er z. B. Gelder in Drittländer (z. B. in die Schweiz) und führt dort ein Konto. Dieses gibt er bei der Auskunftserteilung nicht an und gibt dann wohl auch noch eine falsche eidesstattliche Versicherung ab. Damit macht er sich strafbar. Doch in der Praxis kommt er damit durch. Die falsche eidesstattliche Versicherung führt nämlich nicht dazu, dass deutsche Gerichte bei den Eidgenossen Nachforschen könnten oder würden. Auch beliebt sind der Oldtimer und der Alte-Möbeltrick. Ein Gegenstand, für den es nur einen sehr engen Markt gibt, wird überteuert angekauft (da gibt es dann einen Kaufvertrag) – wegen angeblicher Geldmängel muss dann das Objekt wieder schnell verkauft werden (meist an einen kooperierenden Händler, natürlich zu einem ganz geringen Preis – weil der Markt eng ist, oder man mangels Fachkunde ein wertloses Objekt ankaufte – auch da gibt es wieder einen Kaufvertrag) – damit ist das Vermögen rapide gesunken. Nach dem Scheidungsverfahren werden die Geschäfte mit den kooperierenden Händlern wieder rückabgewickelt, das Vermögen ist dann wieder da und der andere Ehepartner geht leer aus. Im Endeffekt gibt es für bewusst verschleierte Vermögensgegenstände eine nicht schließbare Lücke. Ein fairer Anwalt erkennt derartige Betrügereien bei der Gegenseite, macht aber unter keinen Umständen bei solchen Betrügereien von Mandanten mit.