Ein Unterhaltsanspruch kann wegfallen, betragsmäßig begrenzt oder zeitlich befristet werden (oder zusammen: verwirkt werden). Voraussetzung ist immer, dass ein Verwirkungsgrund eingreift (hier sind objektivierbare Tatsachen bestimmt) und zudem die Unterhaltsforderung grob unbillig ist. Als Verwirkungsgrund kommt z. B. eine kurze Ehedauer, eine neue verfestigte Lebensgemeinschaft oder ein Verbrechen gegen den Unterhaltsschuldner oder dessen Familien in Betracht. Bei der dann noch erforderlichen Billigkeitsabwägung ist eine umfassende Interessenabwägung aller Umstände vorzunehmen. Dabei sind insbesondere die Belange des Unterhaltspflichtigen, des Unterhaltsberechtigten, der gemeinsamen Kinder und weitere Gesichtspunkte gegeneinander abzuwägen. Die Verwirkung von Unterhalt ist vom Gericht von Amts wegen zu prüfen. Auf einen Verwirkungsgrund muss sich keiner explizit berufen. Das Gericht kann aber nur das bewerten, was es kennt. Daher muss derjenige, für den die Verwirkung vorteilhaft ist, also der Unterhaltsschuldner, alles das vortragen und beweisen, was die Verwirkung stützt.