Im Rahmen eines Zugewinnverfahrens kann es sinnvoll sein, die Zugewinnausgleichforderung zu sichern. Dies geht z. B. über die Vorverlegung des Stichtags für das Endvermögen (Tag der Zustellung des Scheidungsantrages beim Gegner). Die Scheidung kann in der Regel erst ein Jahr nach der Trennung beantragt werden. Um diesen Zeitpunkt ohne Wissen des anderen zeitlich vorzuverlegen, kann daher z. B. bereits nach sechs Monaten Trennungszeit ein Scheidungsantrag bei Gericht gestellt werden. Nach dem Gesetzeswortlaut wäre dieser Scheidungsantrag zu früh gestellt (und das Gericht müsste den Scheidungsantrag sofort abweisen). In der Praxis läuft dies jedoch manchmal anders: das Gericht lässt die Akte einfach ein halbes Jahr liegen – so läuft das Trennungsjahr dann automatisch ab. Sollte das Gericht kann (und sollte es auch) den Scheidungsantrag sofort abweisen. Dann wird der Stichtag nicht vorverlegt und Antragsteller muss dazu sämtliche Kosten des Verfahrens zu tragen. Hier hilft natürlich die genaue Kenntnis, wie ein Gericht oder ein Richter vorgehen wird.