Die Zugewinnausgleichsforderung kann auch dadurch gesichert werden, indem ein vorzeitiger Zugewinnausgleich beantragt wird. Dieser Antrag geht auch ohne Einleitung eines Scheidungsverfahrens. Daher muss das Trennungsjahr in diesem Fall auch nicht abgewartet werden. Der vorzeitige Zugewinnausgleich ist an strikte Voraussetzungen gebunden. Wenn befürchtet werden muss, dass die Erfüllung der Ausgleichsforderung gefährdet ist; oder wenn sich der andere Ehegatte beharrlich weigert, über sein Vermögen zu informieren. Ersteres ist z. B. der Fall, wenn ein Ehegatte nach der Trennung beginnt, seine Aktien zu verkaufen, ohnen dass es einen wirtschaftlichen Grund hierfür gäbe. Letzteres ist der Fall, wenn eine Auskunft über Vermögen auch nach dreimaliger Aufforderung nicht erteilt worden ist – zum Teil kann auch eine einmalige Aufforderung genügen, wenn die Auskunft nachdrücklich und endgültig verweigert wird.

In der Praxis trifft die Durchführung des vorzeitige Zugewinnausgleichsanspruch, und die damit verbundene Vorverlegung des Zeitpunktes für die Bewertung des Endvermögens, den Gegner überraschend, weil nicht jeder von diesen Möglichkeiten weiß.