Wer in einem Eigenheim mietfrei wohnen kann, erzielt dadurch einen vermögenswerten Vorteil. Dieser ist z. B. im Rahmen einer Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen. Der Vorteil besteht nun in dem Betrag, um den ein Hauseigentümer billiger wohnen kann, als ein Mieter. Damit fallen hier die verbrauchsabhängigen Kosten (Wasser, Strom, Gas, Heizung etc.) heraus, da sowohl Mieter als auch Eigentümer diese Kosten tragen müssen. Bei den verbrauchsunabhängigen Kosten gilt dies nur, soweit sie auf den Mieter umlegbar sind (z. B. Grundsteuer); nicht aber z. B. Instandsetzungsmaßnahmen. Auszugehen für die Berechnung des Wohnwertes ist grundsätzlich eine objektive Marktmiete. Hierüber besteht naturgemäß in der Praxis oftmals Streit (in der Berechnung von Unterhalt machen € 100,00 mehr Marktmiete am Ende € 50,00 mehr an Unterhalt aus). Beim Ehegattenunterhalt gilt allerdings im ersten Jahr der Trennung, dass nur eine (geringere) angemessene Miete berücksichtigt werden muss. Der Grund dafür ist, dass gerade getrennte Eheleute noch einen Schutzraum von einem Jahr haben sollen, in dem sie nicht – weil die höhere Marktmiete zu berücksichtigen ist – schnell kostensparende Entscheidungen treffen müssen sollen.