Ein nachehelicher Unterhalt wird zugesprochen, wenn ein entsprechender Unterhaltstatbestand erfüllt ist. Ist dieser aber erfüllt, so wäre nach dem Gesetz eigentlich ein in der Zeit unbefristeter – und auch in der Höhe unbegrenzter – Unterhaltsanspruch gegeben. Ein unbefristeter Unterhaltsanspruch widerspricht aber zunächst dem Grundsatz der Eigenverantwortung. Daher kann ein nachehelicher Unterhalt auch zeitlich befristet werden. Eine zeitliche Befristung ist allerdings nur möglich, wenn diese auch unter Berücksichtigung der Belange von betreuten Kindern und unter Berücksichtigung von etwaigen ehebedingten Nachteilen noch billig und angemessen erscheint. In der Praxis wird oft versucht, die vom Gesetz vorgesehende Einzelfallprüfung dadurch zu unterlaufen, dass zeitliche Faustregeln gebildet werden. So z. B., dass der nacheheliche Unterhalt maximal für ein Viertel bis ein Drittel der Dauer der Ehe weiter bezahlt werden muss. Dies wird zwar dem Ansatz des Gesetzes nicht gerecht, ist aber gängige Praxis. Die zeitliche Befristung von nachehelichem Unterhalt betrifft in der Regel den Aufstockungsunterhalt. Generell gilt aber zudem, dass eine zeitliche Befristung von Unterhalt auch noch mit einer Herabsetzung der Höhe des Unterhalts verbunden werden kann.