Der Scheidungsantrag, den ein Ehegatte einreichte, wird vom Gericht dem anderen Ehegatten, der dann als Antragsgegner bezeichnet wird, zugestellt. Praktisch wird ihm dazu der Antrag in einem gelben Umschlag übersendet. Der Postbote vermerkt dann auf diesem Umschlag Datum und Uhrzeit des Einwurfs in der Postkasten und teilt diese Daten dem Gericht mit. Der Tag der Zustellung ist der Zeitpunkt, zu dem das Scheidungsverfahren rechtshängig wird. Dieses Datum ist für das weitere Verfahren ein eminent wichtiges Datum, da verschiedene Bereiche des Familienrechts hieran festmachen: dies gilt insbesondere für den Versorgungsausgleich und den Zugewinn. Für beide Bereiche wird die Ehezeit anhand der Zustellung des Scheidungsantrags berechnet.