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Hier geht es um:

Düsseldorfer Tabelle
Krankenversicherungskosten
Mehrbedarf
Sonderbedarf

 

Kindesunterhalt

Kinder haben in der Regel kein eigenes Einkommen, jemand muss also für sie zahlen. Hierbei schulden die beiden Elternteile dem Kind Unterhalt, solange dieses sich nicht selbst unterhalten kann. Kindesunterhalt ist daher nicht nur für ein minderjähriges Kind zu zahlen.

Kindesunterhalt ist auch für einen Volljährigen zu zahlen, der sich in Ausbildung befindet. Erst mit Beendigung der Ausbildung endet auch der Kindesunterhalt.

 

Kindesunterhalt berechnen: Wie hoch ist der Kindesunterhalt?

Um den Kindesunterhalt zu berechnen wird in der Regel nach der Düsseldorfer Tabelle berechnet. Diese Düsseldorfer Tabelle ist nicht wirklich ein Gesetz. Sie wurde ursprünglich vom Oberlandesgericht Düsseldorf entwickelt. Hintergrund war, dass man erkannt hat, dass Kindesunterhaltsverfahren massenhaft auftreten. Für Massenverfahren ist es dann immer sinnvoll, wenn eine stark schematische Berechnungsweise möglich ist.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat daher nur zwei Einflussfaktoren auf den Unterhalt festgesetzt. Zum einen das Einkommen des Unterhaltspflichtigen, zum anderen das Alter des Kindes.

Die Düsseldorfer Tabelle wird inzwischen überall in Deutschland angewendet. Die Anwendung ist aber immer noch freibleibend. Jedoch haben die meisten Oberlandesgerichtsbezirke (dort die Familiengerichte) sich selbst Richtlinien gegeben, wie sie Unterhaltsberechnungen vornehmen wollen.

In diesen sog. Unterhaltsleitlinien der Oberlandesgerichte ist in der Regel enthalten, dass der Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle berechnet werden soll.

Dies hat noch eine zweite Konsequenz: in der Düsseldorfer Tabelle sind selbst Angaben enthalten, welche Einkommensbestandteile wie gewichtet und welche Abzüge vorgenommen werden können. Daher ist auch über diesen Teil der Düsseldorfer Tabelle eine relativ einheitliche Rechtsprechung in ganz Deutschland entstanden.

Die Düsseldorfer Tabelle können Sie in unserem Formularbereich herunterladen:

In der Düsseldorfer Tabelle ist jedoch nur der Regelbedarf für das Kind enthalten. Es gibt weitere Bestandteile, die in der Düsseldorfer Tabelle nicht enthalten sind.

Dies sind insbesondere

– Krankenversicherungskosten

– Mehrbedarf und

– Sonderbedarf.

 

Krankenversicherungskosten

Krankenversicherungskosten für das Kind sind vom Unterhaltspflichtigen zusätzlich zu dem Satz der Düsseldorfer Tabelle zu zahlen. Dies gilt aber nur, wenn tatsächlich etwas zu zahlen ist. Oft ist das Kind bei einem der Elternteile gesetzlich und kostenfrei mitversichert. Dann fällt ein gesonderter Krankenversicherungsbeitrag nicht an.

 

Mehrbedarf

Mehrbedarf eines Kindes umfassen Ausgaben, die regelmäßig anfallen, die üblichen Kosten übersteigen und daher mit Regelsätzen aus der Düsseldorfer Tabelle nicht erfasst sein können.

Dies gilt z.B. für Privatschulkosten, Nachhilfeunterricht oder auch durch schon länger gepflegten Reitsport als Turnierreiter.

 

Sonderbedarf

Sonderbedarf umfassen Ausgaben, die außergewöhnlich hoch sind und vor allem unregelmäßig anfallen.

Dies sind z.B. unvorhergesehene Krankheitskosten, die Kosten einer Klassenfahrt oder eine kieferorthopädische Behandlung.

Mehr- und Sonderbedarf ist von beiden Elternteilen anteilig zu tragen. Anteilig bedeutet, dass ein Verhältnis nach dem Einkommen des jeweiligen Elternteils (abzüglich eines Betrages in Höhe von € 1.080,00) zu bilden ist. In diesem Verhältnis wird der Mehr- und Sonderbedarf aufgeteilt.

Oftmals bietet es sich in der Praxis jedoch an, dass von Mehr- und Sonderbedarf beide Elternteile jeweils die Hälfte übernehmen. Dies gelingt aber nur, wenn sich hierüber beide auch einig sind. Bei Streitigkeiten empfiehlt es sich, einen guten Scheidungsanwalt zur Seite zu haben.