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Hier geht es um:

Nichtehelichen Unterhalt
Elternunterhalt

In der Praxis ist der Unterhalt für Ehegatten und Kinder besonders häufig. Es gibt noch zwei weitere Unterhaltsbereiche, für die auch Besonderheiten gelten. Es sind dies a) der Anspruch der mit dem Kindesvater nicht verheirateten Mutter und b) der sog. Elternunterhalt, also wenn die Kinder an die eigenen Eltern Unterhalt zahlen müssen.

Nichtehelichenunterhalt

Der Unterhaltsanspruch der Mutter des Kindes, die mit dem Vater des Kindes nicht verheiratet ist, ist ein eigenständiger Anspruch für die Mutter. Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem Kindesunterhalt.

Der Unterhaltsanspruch der Mutter gegen den Kindesvater setzt zunächst voraus, dass die Vaterschaft des Vaters tatsächlich feststeht. Entweder hat der Vater die Vaterschaft anerkannt oder sie wurde gerichtlich festgestellt.

Der Unterhaltsanspruch hat die weitere Voraussetzung, dass die Kindesmutter das Kind selbst betreut. Auch die mit dem Vater nicht verheiratete Mutter hat Anspruch auf Betreuungsunterhalt bis zum dritten Lebensjahr des Kindes.

Wie zwischen Ehegatten kann sich dieser Anspruch verlängern, solange und soweit dies infolge der Kinderbetreuung erforderlich ist. Auch hier sind wieder kind- und elternbezogene Gründe genau darzulegen.

Die Beweislast für das tatsächliche Vorliegen dieser Gründe trägt die Unterhaltsberechtigte. Oftmals ist für sowohl Durchsetzung als auch Abwehr von Ansprüchen ein erfahrener Anwalt für Eherecht unabdingbar.

Die Höhe des Betreuungsunterhaltes der Mutter, die nicht mit dem Vater verheiratet war, berechnet sich völlig anders als beim Ehegattenunterhalt (egal ob Trennungs- oder Nachehelichenunterhalt). War die Mutter bis zur Geburt des Kindes selbst berufstätig, so bemisst sich ihr Unterhalt nach dem Einkommen, welches sie ohne die Geburt des Kindes zur Verfügung hätte. War die Kindesmutter nicht berufstätig, sei es dass sie in Ausbildung war oder dass sie Sozialleistungen bezogen hat, so gilt ein Mindestunterhaltsanspruch in Höhe von € 800,00.

 

Elternunterhalt

Es kann auch vorkommen, dass Kinder für ihre Eltern aufkommen müssen und diesen Elternunterhalt zahlen müssen. Da die Kinder sich aber vorranging selbst unterhalten müssen, ist der Anspruch der Eltern relativ schwach ausgestaltet.

Selten fordern Eltern tatsächlich von Kindern Unterhalt.

Beziehen aber die Eltern Sozialleistungen, so können Rückforderungsansprüche auf Sozialhilfeträger übergehen. In der Praxis ist relativ häufig, dass dann diese Sozialhilfeträger den Elternunterhalt geltend machen.

Der geschuldete Unterhalt richtet sich in der Höhe zunächst nach der Lebensstellung der Eltern. Ob das oder die Kinder dann den Unterhalt zahlen müssen, bemisst sich aber nach der Leistungsfähigkeit des Kindes.

Hierbei sind viele Stellschrauben zugunsten des Kindes eingebaut. Es gilt ein erhöhter Selbstbehalt. Es gilt eine höhere Möglichkeit, eine eigene Altersvorsorge aufzubauen. Es gilt ein höheres Schonvermögen.